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cannabis

Substanz

Cannabis ist der Name der indischen Hanfpflanze, die den psychoaktiven Wirkstoff Tetrahydrocannabinol (THC) enthält. Dieser Wirkstoff verursacht einen Rauschzustand. In unseren Breitengraden sind die zwei Cannabis-Varianten Haschisch und Marihuana gebräuchlich:
Als Marihuana (Gras) bezeichnet man die getrockneten Blütenblätter, Stängel und Blätter der Pflanze. Unter Haschisch (Dope, Shit, Piece) versteht man das getrocknete Harz aus den Drüsenhaaren der weiblichen Pflanze. Marihuana ist in der Regel fünf Mal wirksamer als Haschisch. Erwerb, Besitz und Handel sind strafbar.

Einnahme

Cannabisprodukte werden meist mit Tabak (Joint) oder in Wasserpfeifen (Bong) bzw. Pfeifen pur geraucht. In Fett aufgelöst kann Haschisch auch gegessen oder getrunken werden (z.B. Keksen, Kuchen, Tee). Weniger verbreitet sind Haschisch- (Öl aus dem Harz) und Hanföl (Öl aus dem Samen)

Wirkung

Die Wirkung tritt ca. zehn Minuten nach dem Rauchen ein. Beim Verzehr dauert es eine halbe bis zwei Stunden. Abhängig von der THC-Dosis und der körperlichen und seelischen Verfassung kommt es zu Gefühlen, wie z.B. Gelassenheit, Freude, Angst, Scham, etc. Diese können sowohl gleichzeitig auftreten oder ineinander wechseln. Hohe Dosen führen zu Antriebslosigkeit und Gleichgültigkeit der Umgebung gegenüber.
Je nach Stärke des Rausches verändert sich die Sinneswahrnehmung (Farb- und Geräuschempfinden) und das Raum-Zeit-Gefühl (meist Verlangsamung). Das logische Denken ist gestört, die Konzentration stark herabgesetzt. Vereinzelt können Halluzinationen auftreten, vor allem bei sehr hoher Dosierung. Beim Rauchen von Cannabis tritt die Wirkung in wenigen Minuten ein und hält ca. zwei bis drei Stunden an. Beim Inhalieren durch die Wasserpfeife ist die Wirkung intensiver. Nach Verzehr von Keksen o.ä. tritt die Wirkung dagegen erst nach einer halben bis zwei Stunden ein. Je nach Füllzustand des Magens dauert der Rausch bis zu fünf Stunden. Wegen der schlechteren Steuerbarkeit im Vergleich zum Rauchen ist beim Verzehr von Haschischprodukten die Gefahr der Überdosierung größer.

Kurzzeitwirkungen

Mit dem Einsetzen der Wirkung kann es zu Mundtrockenheit, geröteten Augen, erweiterten Pupillen, Blutdruckabfall, leicht herabgesetzter Körpertemperatur, gesenktem Blutzuckerspiegel und Auftreten von Schwindelgefühlen kommen. Bei Überdosierung, die unter Umständen schon durch einige Züge erreicht werden kann, können Übelkeit, Erbrechen, Kreislaufprobleme, Halluzinationen und Angstzustände auftreten.

Langzeitwirkungen

Bei regelmäßigem Konsum kann es zu einer allgemeinen Antriebslosigkeit bis hin zum völligen Amotivationssyndrom und depressiven Verstimmungen kommen. Es treten möglicherweise irreversible Schädigungen des Kurzgedächtnisses sowie Persönlichkeitsveränderungen auf. Die ursprüngliche Leistungsfähigkeit geht verloren.
Bei psychisch vorbelasteten Personen kann der Konsum von Cannabis schwere psychische Erkrankungen (z.B. drogeninduzierte Psychosen) auslösen. Eine solche Vorbelastung ist in der Regel nicht bekannt.
Bei Schwangeren besteht das Risiko, das Kind gesundheitlich zu schädigen!
Bei regelmäßigem und hochdosiertem Cannabiskonsum kann sich zusätzlich zu einer schweren psychischen Abhängigkeit auch eine leichte körperliche Abhängigkeit entwickeln. Beim Absetzen der Droge kommt es neben psychischen Entzugserscheinungen (z.B. Gereiztheit, Nervosität, Schlafstörungen) auch zu körperlichen Entzugssymptomen (z.B. Schwitzen, Kopfschmerzen, Übelkeit). Diese sind im Vergleich zu anderen Drogen (z.B. Opiate, Alkohol) wesentlich weniger ausgeprägt. Die Symptome treten meist 24 bis 48 Stunden nach dem letzten Konsum auf und dauern in der Regel bis zu einer Woche an, im Höchstfall bis zu 14 Tage.
Nicht zu vergessen: Regelmäßiger Cannabiskonsum erhöht das Lungenkrebsrisiko enorm, da die aufgenommene Menge an krebserregenden Stoffen beim Jointrauchen höher ist als beim Zigarettenrauchen. Dies liegt daran, dass der Cannabisrauch in der Regel tiefer inhaliert und der Rauch länger in der Lunge gehalten wird als der Zigarettenrauch.
Joint-Filter sind im Normalfall kleine, gerollte Kartonstücke, die keine Schadstoffe filtern können. Zigarettenfilter filtern hingegen einen Teil der giftigen Substanzen.

Nachweisbarkeit

THC hat im Körper eine Halbwertszeit (Zeit in der sich die Menge der eingenommenen Droge halbiert) von ca. 52 Stunden. Im Blut kann THC bis zu drei Tage, dessen Abbauprodukte bis zu drei Wochen nachgewiesen werden. Im Urin kann THC von einer Woche bis zu drei Monaten nachgewiesen werden (je nach Intensität und Häufigkeit des Konsums). In den Haaren ist THC mehrere Monate nachweisbar.
Bei Nachweis von Cannabis im Straßenverkehr können Bußgeld und Führerscheinentzug drohen. Durch die hohe Fettlöslichkeit und die Einlagerung des THC im Fettgewebe ist der Konsum von Cannabis von allen Drogen am längsten nachweisbar.

Mischkonsum

  • Cannabis und Ecstasy:
    Cannabis kann die Ecstasy-Wirkung dämpfen, aber auch genau das Gegenteil bewirken. Es kann zu starken Halluzinationen und Bewegungsunfähigkeit kommen. Durch den Konsum von Ecstasy wird die austrocknende Wirkung verstärkt. Dies kann zu einem Hitzschlag, Nierenversagen und Bewusstlosigkeit führen.
  • Cannabis und Speed/ Crystal/ Ecstasy:
    Zeitgleicher Konsum von Speed/ Crystal/ Ecstasy und Cannabis kann zu extremen Kreislaufbeschwerden führen.
  • Cannabis und Alkohol:
    Das Mischen von Cannabis und Alkohol hat häufig starke Übelkeit und Erbrechen zur Folge und kann im Extremfall zu einer Alkoholvergiftung führen.

Hilfsangebote

Kiffst du zu viel oder zu häufig? Hast du schon versucht, deinen Konsum einzuschränken und es hat bisher nicht geklappt?

Wenn es dir so ähnlich geht, dann könnten folgende Angebote für dich interessant sein.
Es gibt einen sehr guten Online Informations- und Beratungsservice:

  • „Quit the Shit“
    Hier werden Cannabiskonsumenten über einen Zeitraum von 50 Tagen online begleitet und bei ihrem persönlichen Vorhaben unterstützt. Die Teilnahme ist kostenlos und anonym.

    Zusätzlich gibt es zwei weitere Angebote für Cannabiskonsumenten:
  • „CANDIS“
    Das CANDIS-Programm ist das erste verhaltenstherapeutisch-orientierte Entwöhnungsprogramm, das in Deutschland speziell für Jugendliche (>= 16 Jahre) und Erwachsenen mit problematischem Cannabiskonsum entwickelt und umfassend wissenschaftlich erprobt wurde. CANDIS wird von 10 Suchthilfeeinrichtungen/ Beratungsstellen angeboten. Die Teilnahme ist kostenlos.
  • „Realize it!“
    "Realize it" ist ein Beratungsprogramm für Cannabiskonsumentinnen und –konsumenten. Es wird von einer Vielzahl von Beratungsstellen in der Schweiz und in Deutschland durchgeführt. Die Teilnahme ist kostenlos.

Weiterführende Literatur

Broschüren:

  • Landesarbeitsgemeinschaft Suchtvorbeugung NRW. (Hrsg.) „Cannabis Hanf, Hasch, Gras, Pot“ Infobroschüre für Eltern, LehrerInnen und Bezugspersonen von Kindern und Jugendlichen Zu bestellen bei GINKO Kaiserstr. 90, 45468 Mühlheim/Ruhr

Bücher:

  • Jürgen Neumeyer (Hg): Cannabis.Gersthofen , Schickert Verlag 1996
  • Arbeitsgruppe Hanf & Fuß: „Unser gutes Kraut“ Das Portrait der Hanfkultur. Solothurn/Lährbach: Nachtschatten Verlag 1994
  • Lester Grinspoon, James, Bakalar: „Marihuana: Die verbotene Medizin“ Frankfurt:Zweitausendeins Verlag, 1994
  • Hai/Rippchen: „Hanf-Handbuch“ Solothurn: Nachtschattenverlag 1996
  • Schmidtbauer, W.E.: „Handbuch der Rauschdrogen“ Fischerverlag, F.a.M, 1989
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